Welcher Kaffee wird nachgefragt?
Wenn alles glatt läuft, werde ich im Juli erstmals Rohkaffee direkt bei der KOPAKAKI DUTEGURE Kooperative in Ruanda bestellen. Die Kooperative produziert drei verschiedene Varianten – Fully Washed, Honey und Anaerobic.
Ich bin kein Kaffeeexperte, aber ich möchte der Kooperative einen besseren Zugang zum deutschen Markt ermöglichen. Deshalb frage ich euch: Welche Variante hat das größte Potential? Was würdet ihr rösten wollen? Was würdet ihr trinken wollen?
Meldet euch – ich freue mich über jede Meinung.
Fully Washed
Bei der Nassaufbereitung werden die geernteten Kaffeekirschen zunächst in der Schälmaschine vom Fruchtfleisch befreit. Anschließend fermentieren die Bohnen in offenen Wasserbecken, werden gründlich gewaschen und nach Qualität sortiert. Am Ende trocknen sie zwei bis sechs Wochen in der Sonne.
Das Ergebnis ist ein sauberes, klar definiertes Geschmacksprofil – die typische Handschrift der Nassaufbereitung.
Honey
Bei der Honey-Aufbereitung wird das Fruchtfleisch der Kirsche teilweise entfernt – ein Teil des klebrigen Fruchtschleims bleibt jedoch auf der Bohne und trocknet gemeinsam mit ihr in der Sonne. Je nach verbliebenem Schleimanteil spricht man von Yellow, Red oder Black Honey.
Das Ergebnis liegt geschmacklich zwischen Washed und Natural – weniger Säure als Washed, aber sauberer als Natural. Typisch sind süßliche, karamellige Noten mit einem runden Körper.
Anaerobic
Bei der anaeroben Fermentierung werden die Kaffeekirschen in luftdicht verschlossenen Tanks fermentiert. Ohne Sauerstoff entstehen während des Fermentierungsprozesses ungewöhnliche Aromen die bei anderen Aufbereitungsmethoden nicht entstehen können.
Das Ergebnis ist ein intensives, komplexes Geschmacksprofil – oft beschrieben als fruchtig, weinartig oder tropisch. Anaerobic ist die experimentellste der drei Varianten und findet vor allem bei Specialty-Coffee-Kennern großen Anklang.