Wie ich die KOPAKAKI DUTEGURE Kooperative kennengelernt habe

Eigentlich sollte es ein entspannter Familienurlaub werden. Meine älteste Tochter arbeitet seit August 2025 an der Indatwa School in Rubengera. Gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin und meiner jüngeren Tochter machte ich mich am 30.03.2026 auf den Weg nach Ruanda – für mich das erste Mal außerhalb Europas.

Da wir guten Kaffee sehr schätzen, wollten wir uns vor Ort eine Kaffeeplantage ansehen. Ganz in der Nähe unseres Guesthouses fanden wir einen Karteneintrag: Coffee Tourism by KOPAKAKIDUTEGURE Coffee farmers Cooperative. Da der Ort nur 40 Gehminuten entfernt war, machten wir uns einfach auf den Weg.

Am Ziel angekommen wurde uns spontan eine geführte Tour angeboten. 20 Minuten später kam Moses auf einem Moto-Taxi an – unser Guide für die Coffee-Experience.

Moses erzählte uns die Geschichte der Kooperative: gegründet mit 80 Mitgliedern, davon 9 Frauen. Heute sind es über 1.200 Mitglieder, mehr als 500 davon Frauen. Die Kooperative unterstützt die Bauern dabei ihre Erträge zu steigern, zieht neue Kaffeepflanzen heran und zeigt den Mitgliedern wie sie durch Mischkulturen zusätzliche Einnahmen erzielen.

Dann sahen wir den Weg des Kaffees: Die reifen roten Kaffeekirschen werden von Hand gepflückt und zur Waschstation gebracht. Dort werden sie gewogen, geprüft und in die Schälmaschine gegeben – der einzige maschinelle Arbeitsschritt. Danach fermentieren die Bohnen in offenen Wasserbecken, werden gründlich gewaschen und nach Qualität sortiert. Schließlich trocknen sie je nach Wetter zwei bis sechs Wochen in der Sonne.

Ein Informationsschild für die Bauern hat dann den Stein ins Rollen gebracht. Es zeigt unter anderem den Erlös für geerntete Kaffeekirschen:

60.000 RWF für 100 kg – das sind 35 €.

Aus 100 kg Kaffeekirschen entstehen ca. 10 kg Rohkaffee. Der Bauer erhält also 3,50 € pro Kilogramm Rohkaffee. Ein guter Specialty-Kaffee kostet in Deutschland rund 35 € pro Kilogramm. Nur 10% des Verkaufserlöses kommen beim Erzeuger an.

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber sie schwarz auf weiß vor Augen zu haben ist noch einmal etwas anderes. Die Idee zum Kaffeedirekthandel entstand.